Rad

Transalp 2022: Innsbruck – Riva (über Schweiz bei Martina)

Transalp 22.05.2022 bis 28.05.2022, Tour Statistik Innsbruck-Riva 365km, 2750 hm

Tag 1: Innsbruck – Pfunds, 110km, 1100 hm

Ilona und ich starten um 08:00 Uhr bei idealem Radwetter und biegen in Kranebitten auf den Radweg Richtung Oberland ein. Die ersten Kilometer lassen wir es vom Tempo her gemütlich angehen, wollen wir doch bis Prutz, eventuell noch ein Stück weiter radeln. Das eigentliche Ziel wollen wir uns offen lassen und je nach Lust und Laune stoppen bzw. erst dann ein Zimmer suchen. Den Radweg ins Oberland bis Telfs und weiter bis Stams auf bekannten Pfaden.

Pause in Stams, Stift Stams im Hintergrund

In Stams eine kurze Pause mit Nahrungsaufnahme. Über die Feldwege nach Silz, weiter Richtung Haiming und weiter über Roppen, genießen wir die nette Umgebung. Vor lauter Genießen verfliegen die Kilometer und wir finden uns nach einem Zeitsprung wieder in der Imster Schlucht, wo der Radweg teilweise unbefestigt dahinzieht. Bei dieser Gelegenheit sei wieder angemerkt, dass die Radwege in Tirol nicht unbedingt Rennrad tauglich sind, diese Abschnitte auch nicht extra angeschrieben sind. Hier sind wieder unsere Hardtail MTB von aller feinster Güte, da mit leichten Stollenreifen bestückt und so Bodenbelag unabhängig und Pannenstabil.

Wasseraufnahme in Mötz, Blick Richtung Locherboden
netter Abschnitt bei Roppen über die (Rad)Innbrücke
„under the bridge“ in der Imster Schlucht

Weiter geht die Reise in feinem Tourentempo bis Zams und Landeck. Hier machen wir unmittelbar am Radweg eine Pause und nehme Kohlenhydrate sowie Flüssigkeit auf. Die Temperatur ist mittlerweile hochsommerlich was den H2O Verbrauch tüchtig ankurbelt. Von Landeck weiter dem Inntal Richtung Prutz auf der gegen die Fließrichtung des Inn gesehenen rechten Seite. In der Runserau überqueren wir den Inn an der Wehranlage und setzen die Reise auf der linken Uferseite fort. Doch nur kurz geht es doch gleich wieder auf die andere Seite hinüber. In Prutz radeln wir beim Campingplatz vorbei und machen am „Prutzer Sauerbrunnen“ Rast. Unterschiedliche Wasserqualitäten, von reinem klaren gewohnt schmeckendem H2O bis hin zur Batteriesäure wird alles geboten :-). Spaß beiseite: Das saure Wasser ist als Durstlöscher definitiv nicht zu gebrauchen!

über die Brücke bei Urgen
In der Runserau überqueren wir den Inn an der TIWAG Wehranlage für das Kraftwerk Imst; im Hintergrund der Fischlift
Quellanlage in Prutz
mit normalem Wasser und Sauerbrunnen, auf jeden Fall eine Erfahrung wert

Wir bewegen uns weiter Richtung Ried, dann Tösens und Schönegg. Die Lufttemperatur mittlerweile jenseits der 35, die Luft flimmert. Die letzten Kilometer quälen wir uns am neuen (tiefschwarzen) Asphaltband dahin, bevor es kurz vor Pfunds ein kurzes Stück durch ein schattiges Waldstück geht. Die letzten Meter bis zum Hotel Post (sehr zu empfehlen !) sind dann reine Formsache.

Hotel Post in Pfunds; TIP TOP
Poollandschaft
Non Transalp Rad

Happy together after 110 Kilometer

Tag 2: Pfunds – Partschins, 105km, 1100 hm

Wir starten in Pfunds bei extrem bescheidenem Wetter. Die Regenjacken sind heute Morgen eine gute Investition um nicht vom Start weg nass zu werden.

Gleich über die (relativ neue) Radbrücke auf die flussaufwärts gesehen linke Seite des Inn. Fein pedalieren wir dem Inn entlang bis zur Kajetansbrücke, an der wir wieder den Inn auf die rechte Seite queren. Jetzt bereits Richtung Schweizer Grenze hoch bis Hochfinstermünz. Um diesen Punkt zu erhaschen müssen wir von Höhe der Bundesstraße wieder knappe 100 Höhenmeter nach unten zum Inn.

Hochfinstermünz Fluss aufwärts
Hochfinstermünz Fluss abwärts
Wanderregion oberes Gericht, für uns als Biker momentan nicht gerade wertvoll

Hochfinstermünz, wir haben es gesehen, kann man, muss man aber nicht, vor allem, wenn man sich den nächsten Abschnitt sparen möchte. Weniger ideal ist, dass wir jetzt mit unseren vollgepackten Bikes wieder nach oben zur Bundesstraße müssen. 100 Höhenmeter über einen steilen Stich, der dann die letzten Meter, auf Grund unserer schweren Ausrüstung, nicht mehr fahrbar ist. Auf der Höhe der Bundesstraße angekommen, nach dieser Anstrengung, jetzt mit leichtem Grinsen im Gesicht. Die nächsten Höhenmeter sind rasch erledigt bis es endlich wieder talwärts zur Schweizer Grenze – bei Martina – geht.

Blick voraus, Richtung Österreich, Ziel Nauders
Blick zurück, Ilona 🙂 und Martina die Grenze

Mittlerweile wieder sehr angenehme Verhältnisse, Regenjacken weg und die kommenden 400 Höhenmeter in Angriff nehmen. Diese Straße ist sehr wenig frequentiert und bietet eine angenehme Steigung. Die Norbertshöhe auf 1405hm ist kurzweilig erreicht.

Auf der Norbertshöhe 1405hm
Nauders im Hintergrund

Auf der Norbertshöhe machen wir kurz Rast und nehmen Riegel und Getränk auf. Die Regenjacken werden wieder adjustiert geht es doch ca. 100 Höhenmeter hinunter nach Nauders. Dort fädeln wir wieder auf den Radweg ein und treten uns die Waden zum Reschensee hoch, wieder warm.

Bekanntes Fotomotiv im Hintergrund
Die bekannten Protagonisten im Vordergrund

Wir „umradeln“ den Reschensee auf der östlichen Uferseite und wechseln beim Heidersee zur Abwechslung auf die westliche Uferseite. Hier ist der Radweg recht abwechslungsreich. Für Rennradreifen absolut ungeeignet an diesem Abschnitt. Hier bewähren sich wieder unsere Hardtail MTB. Ab Burgeis wird es wieder Rennradtauglich. Diesen Abschnitt kenne ich bereits aus anderen Alpenüberquerungen bzw. Radreisen. Mittlerweile hat es wieder sommerliche Temperaturen und wir schwitzen uns einen ab. Mitten in den Apfelplantagen finden wir an einem Stadel ein schattiges Plätzchen an dem wir wieder Kraft tanken. Weiter bis Laatsch und dann nach Schlanders, weiter nach Laturns und schlussendlich in Partschins am Ziel angelangt. Im Hotel Botango checken wir ein – sehr zu empfehlen.

Hotel Botango
Gut gelaunt freuen wir uns auf einen feinen Abend bei guter italienischer Küche

Tag 3: Partschins – Lavis, 90km, 200hm

Nach ausgiebigem Frühstück satteln wir wieder auf. Die gepackten Radtaschen 4 x 25 Liter wollen gut am Rad verstaut sein. Man sollte unbedingt die Last (Kilogramm) gleich auf beide Taschen verteilen. Das macht sich mit stabilerer Fahrperformance bezahlt.

Wir nehmen Fahrt auf Richtung Meran. Dann etwas mühevoll den Radweg mitten durch das Zentrum von Meran hindurch, etwas umständlich aber geschafft. Es geht wieder auf „normalem“ Radwegterrain weiter. Recht kurzweilig geht es raus bis Bozen. Hier biegen wir der A22 entlang auf den Radweg Richtung Auer.

Toller Asphalt, perfekt zum Tempo machen
Kurzer Stopp bei der Leuchtenburg

Mittlerweile bei gefühlten 40 Grad (! fast nicht auszuhalten, wir haben erst Mai) machen wir unterhalb des Kalterer See einen kurzen Halt um die Leuchtenburg zu fotografieren. Die kennen wir recht gut von einem Radurlaub am Kalterer- bzw. Montiggler See.

Castel Chiaro, Leuchtenburg zwischen Blätter und Holz

Der folgende Abschnitt ist alles andere als spannend. Immer gerade aus durch die wenig spannende „Einöde“.

Gewaltig was die römischen Ingenieure alles leisteten

27 Kilometer vor Trient machen wir an einem netten Plätzchen Pause. Es ist sehr schwül und heiß. Entspanntes Rasten sieht anders aus. Kurze Zeit später wird es jedoch wieder etwas spannender. Der Himmel tut sich mit lautem Getöse auf und lässt es kräftig schütten. Wir finden mit noch ca. 10 weiteren Personen, Unterschlupf an einer Bahnhofunterführung.

Nässetest für unsere Packtaschen, sie bleiben dicht, sehr gut!
es lässt so richtig runter, wir haben ein trockenes Plätzchen zum Unterstellen

Kurze Zeit später hat der Spuck ein Ende und wir radeln jetzt bei sehr angenehmer Temperatur weiter bis Lavis. Wer den Verlauf des Radweges kennt, der weiß auch, daß dieser hier einen recht seltsamen Hacken schlägt.  Diesen nutzen wir auch gleich und radeln Richtung Zentrum und checken im Sartori`s ein. Der Abend wird gemütlich im Restaurant und der Hotel Bar verbracht. Uns geht`s gut.

im Sartori`s finden wir eine feine Bleibe für heute
und wieder alles richtig gemacht 🙂

Tag 4: Lavis – Riva, 60km, 300hm

Gut gestärkt und gut gelaunt gehen wir den letzten Abschnitt unserer Reise an. Der heutige Abschnitt sollte recht kurzweilig werden. Trient ist bald erreicht und das wird gleich für ein Fotoshooting genutzt.

Abkühlung über der Etsch

Immer schön der Etsch (Adige) entlang, arbeiten wir uns nach Roveretto vor. Heute ist die Temperatur angenehmer als die Tage zuvor.

Die römischen Ingenieure vollbrachten wirklich tolle Dinge, Via Claudia Augusta

Kurz vor dem Abzweig nach Mori, machen wir in Roveretto Pause und genießen die hiesige Radkunst.

Der Anstieg über Mori und weiter bis Loppio, dort durch den Tunnel und weiter Richtung Nago. Vor Nago müssen wir nochmals die Zähne zusammen beissen, da eine Umleitung in ein extrem steiles Stück führt und wir mit dem kleinsten Gang unsere Packeselräder nach oben bringen. Geschafft! Nago mit dem erstem Blick auf den Gardasee ist erreicht.

Breites Grinsen am Nago Pass

Die Freude groß, der Hunger auch, darum sofort in unser Lieblingsrestaurant am Platze. Doch vorher noch schnell einige Bildln. So viel Zeit muss sein.

Wir lassen unserer Begeisterung freien Lauf. Die Altstadt von Riva ist uns bestens bekannt, bereitet uns aber immer wieder aufs neue, große Freude und breites Grinsen im Gesicht.

Unsere Drahtesel verdienen sich eine Pause, aber wir ganz bestimmt auch. Feine Nudelgerichte für den Magen, feine Getränke für Körper und Geist.

Als Vorspeise Spaghetti. Als Hauptspeise Pizza. Dazu viel Kraftstoff.

Es ist vollbracht, Ziel Riva erreicht

Angestoßen wird auch noch im Hotel über den Dächern von Riva.

Platz bezogen in der Suite 😉 vom Hotel Garda, was kostet die Welt. H. Prohasko würde sagen; und gute Nacht.

Was haben wir sonst noch alles erlebt? Ja, da war noch etwas.

Abschlussworte & Zusammenfassung:

Wir waren in Summe 7 Tage am Weg. Anreise, Aufenthalt und Rückreise nach Innsbruck. Wir haben NICHT reserviert; mögliche Tagesziele wurden zwar vorher recherchiert aber dann spontan gewählt und direkt vor Ort für eine Übernachtung abgecheckt; ebenso im Hotel Garda in Riva, hier waren wir bestens versorgt.

Rückreise von Roveretto per Zug: Das Reisen mit der Bahn und dem Fahrrad ist nach wie vor eine Expedition für sich und NICHT zu empfehlen. Trotz bezahltem Ticket für Mensch und Material – kein verbindlicher Transport; Ein möglicher Mittransport ist von der Willkür der ZugbegleiterIn abhängig. In unserem Fall waren 7 von möglichen 8 Fahrrädern bereits im Zug. Am Bahnsteig standen wir in Summe zu 5 also um 4 zu viel. Nach intensiven Kniefällen aller Protagonisten hat sich die ZugbegleiterIn erweichen lassen uns mitzunehmen. Die Fahrräder wurden im Fahrradabteil sowie in einer Gepäcknische zerlegt verstaut und gesichert. Ein solches Theaterdrama kostet Nerven.

Am Brenner der übliche „Umsteig-Salat“, am Automaten ein Ticket gelöst, im Zug die Räder verstaut. Auch bei der ÖBB zum Thema Radtransport: im gesamten Zug stehen genau 3 Nischen dafür zur Verfügung. Je Nische finden 1,5 Räder Platz. Der Rest steht in den Gang und behindert sämtliche andere Zuggäste! Liebe Bahn: Nach knapp 20 Jahren habt ihr nichts dazu gelernt. Radfahren mit der Bahn – ein Ding mit hohem Stresspotential und schlichtweg ungenießbar!

Trotzdem: die Reise war schön und spannend, wir sind gesund und glücklich.

60erGang Transalpler 2022 sind Ilona & Andreas

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