Rad

60erClassics: Sella Ronda 2026

Sella Ronda 06.06.2026

Von den ursprünglich angemeldeten fünf, bleiben schlussendlich drei wackere Recken Markus (Maggo), Hannes und ich, der Andreas (Fuzzi) übrig. Wir starten um 07:00 Uhr in Innsbruck Richtung Wolkenstein, es sind 2 Stunden Fahrtzeit. Der Start in Wolkenstein hat sich eigentlich die letzten Jahre bewährt ist die Anfahrt doch recht kurzweilig, einen Parkplatz zu finden auch nicht die Megaaufgabe.

Innsbrucker Stadtregierung aufgepasst! In Wolkenstein gibt es auch in Zeiten von Profitmaximierung und Gier, immer noch ausreichend kostenlose Parkplätze.
Start in Wolkenstein
Bei der Anfahrt auf den Sella Pass

Leider war heute nur bescheidenes Wetter. Trotzdem ist die Sella Ronda immer wieder ein tolles Erlebnis inmitten der Dolomiten. Wir starten um 09:15 von Wolkenstein und steigen im mittleren Tempo Richtung Plan del Gralba auf gut 1800hm auf. Eigentlich beginnt die Sella Ronda ja erst hier. Geht es doch rechts Richtung Sella und links Richtung Grödner Joch. Die ideale und auch in den Veranstaltungsrichtlinien so vorgegebene Richtung zu fahren, geht gegen den Uhrzeigersinn. Leider gibt es aber immer wieder Patienten welche sich daran gar nicht halten möchten. So ist eigentlich trotz Sperre für den Individualverkehr, die gesamte Runde mit äußerster Vorsicht und vor allem bevorzugt rechts zu fahren. Speziell in den Abfahrtsetappen heißt es konzentrieren da Gegenverkehr. Ach ja, laut offizieller Homepage haben 16.000 Athleten teilgenommen. Für das bescheidene Wetter eine beachtliche Anzahl. Radfahrer sind eben KEINE Weicheier.

Am Sella ZZ: Ziemlich Zapfig

Am Sella Joch ist es richtig frisch. Wir packen uns gut ein und machen uns auf die kurze Abfahrt auf der SS242. Dann biegen wir auf die SS48 ein und steigen wieder Richtung Pordoi Pass auf. Dort ist es wieder extrem frisch und wir halten uns nicht mit Sonnenbaden auf, sondern packen uns wieder ein und machen uns auf die extrem zapfige‘ Abfahrt nach Arabba. Ich kann mich gar nicht erinnern, wenn ich im Sommer das letzte mal klamme‘ Finger beim Radfahren hatte. Heute war es auf jeden Fall soweit. Nach kurzem Einkehrschwung bei einem Espresso kommen die Lebensgeister wieder zu uns zurück und wir satteln wieder auf.

Dolomiten pur

Der Anstieg auf den Campolongo ist recht kurzweilig. Ein, zweimal kommt sogar für eine Mikrosekunde die Sonne heraus. Anmerkung für Nichtteilnehmer: Es ist immer noch gut frisch aber jedenfalls besser als bei 30 Grad ohne Schatten zu strampeln. Jammern auf extrem hohen Niveau jedenfalls. Mir passt die Situation jedenfalls, andere quietschen a bissl‘ in der Gegend herum 🙂 🙂

Vom Campolongo geht es jetzt bei schöner Abfahrt nach Corvara auf 1.570hm. Dort machen wir (wie die letzten Male auch) beim großen Rad Pause um einen Schnappschuss zu machen, Riegel einzuwerfen, einen kräftigen Schluck aus der Flasche zu nehmen. Der Anstieg aufs Grödner Joch 2.150hm steht noch bevor.  Jeder der diesen Anstieg kennt weiß, dass sich die knapp 600 Höhenmeter verdammt ziehen können. So, ausgeweint und wieder in die Pedale getreten.

Ab Kolfuschg beginnt es (gar nicht wenig) zu regnen. Hannes zieht die Regenjacke über. Nach kurzer Diskussion fahre ich ohne Regenhaut weiter und werde fünf Minuten später damit belohnt, dass der Regen wieder aufhört. Für mich extrem super, da ich so nicht 2 mal stehen bleiben muss und 2 mal in meiner Rahmentasche herummurkse, um die Jacke zu finden bzw. wieder zu verstauen. Das verschafft mir einen gewaltigen Vorsprung von ca. 1 Minute auf den Hannes, welchen ich wieder nach genau 1 Minute zurückgebe; Fairness muss sein 🙂

Die Italienische Straßenmeisterei war so nett und hat abschnittsweise neuen Asphalt spendiert, welcher sich wirklich hervorragend fahren lässt. Ich stelle mir gerade vor, wie sich genau dieser tief schwarze, frische Asphalt bei 30 Grad oder mehr Lufttemperatur, dir entgegen stellt, dir die heiße vom Boden reflektierende Luft und Sonne ins Gesicht prügelt und dir mitteilt, dass du du eigentlich ein Weichei bist, dass deine Pneus gefühlt zwischen den dunklen Asphaltrissen versinken und du in Summe nicht mehr weiter kommst. Da sind mir doch die frischen 12 Grad bei dichter Wolkendecke um einiges lieber heute.

Am Grödner Joch werden die üblichen Fotos gemacht (Umgebung, Posing, Portraits etc.) und reichlich über Gott und die Welt philosophiert, E-Biker geächtet, in der Luft zerrissen und über den Wegrand gestoßen.

NEIN, natürlich NICHT!   Ich bin froh mit 62+, die Runde mit reiner Muskelkraft geschafft zu haben. Ohne elektrische Helferlein zählt immer noch vollwertiger und fühlt sich (aus meiner Sicht) auch respektabler, ja ehrlicher an.

Von nun an ging’s bergab. Vom Grödner Joch semmeln wir wieder über Plan del Gralba zum Ausgangspunkt nach Wolkenstein zurück. Macht in Summe 65km und 2100Hm.

Auf dem Heimweg machen wir in Gossensass einen feinen Zwischenstopp im Restaurant Pizzeria Europa. Dort gönnen wir uns Wiener mit Pommes, Salat, Pizza und Spaghetti Carbonara mit Bier, alkoholfreiem Weizenbier und Cola. Ein anstrengender Radgiro wird so gebührend gefeiert und belohnt. Natürlich lassen wir dabei Geschichten und Anekdoten des heutigen Tages Revue passieren. Schön sind die guten Tage, großartig sind Tage wie heute.

War wieder ein super Rad Giro heute, danke für’s dabei sein. Feine Radkollegen waren heute Markus (Maggo) sowie Hannes und Andreas (Fuzzi) von der 60erGang.

4 Kommentare

  1. Super toller Bericht und mit jedem Wort voll getroffen. Danke für den tollen Tag. Sehr gerne wieder

    PS: Das gute Essen, das wir uns redlich verdient haben, in Gossensass hast vergessen

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