Stilfserjoch Radtag, Stelvio Day 29.08.2026
Nach der Sella Ronda im Juni dieses Jahres, schnappen wir uns den nächsten Klassiker – das Stilfserjoch. Die Anreise über den Reschenpass bis Schluderns ist unkompliziert und nimmt zwei Stunden in Anspruch.
Ein Auszug aus der offiziellen Homepage:
48 atemberaubende Kehren und 1.869 Höhenmeter mit dem Rad
An der 24. Ausgabe des Radtags Stilfserjoch am 29. August 2026, haben bei idealen Wetterbedingungen insgesamt 18.600 Radfahrerinnen und Radfahrer teilgenommen. Davon waren es 11.500 Teilnehmende auf der Südtiroler, 6.300 auf der lombardischen und 800 auf der Schweizer Seite. Ein großer Dank gilt allen, die am Radtag Stilfserjoch teilgenommen und mitgewirkt haben! Hier einige Impressionen.

Wie eigentlich die letzten Jahre üblich, starten wir in Schluderns und pedalieren uns über den Radweg nach Prad warm. Die ersten Kilometer gehen gemütlich bergan und recht kurzweilig ist Gomagoi erreicht.

Trinkflaschen am Brunnen füllen, Riegel einwerfen und weiter im Takt. Gleichmäßiges Pedalieren macht Sinn um ständiges Gequatsche zu ermöglichen. Wer viel Quatscht, der hat viel Durst, der muss viel Trinken 🙂
Trafoi ist bald erreicht, einen höflichen Gruß an Gustav Thöni (ein Schiheld aus meiner Jugendzeit) und weiter im Tritt.
An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass eine Totalsperre mehrerer Alpenstraßen auf das Stilfserjoch von Südtiroler-, Lombardischer- und Schweizerseite offensichtlich in dieser Region kein Problem darstellt. Siehe auch die Sella Ronda. Eine vergleichbare Veranstaltung (kein Rennen) ist mir in Tirol eigentlich nicht bekannt. Wäre doch ein Autofreier Tag in z. B. der Region Sellrain, Lüsens, Kühtai eine gute Idee und sicherlich auch ein gutes Geschäft für die umliegende Gastronomie.
Die Franzenshöhe aus Sicht der Kehre 26 ist erreicht. Der Blick hoch zum Joch, es ist noch ein gutes Stück.

Im Anschluss kommt die erste Labestation. Respekt und molto Grazie für die kostenlose Verpflegung an dieser Stelle. Äpfel, Bananen, Zucker, Tee, Fruchtsaft, alles was das Radlerherz begehrt. Frisch aufgetankt fährt es sich leichter. Natürlich kommt es bei so vielen Menschen zu der ein und anderen verzichtbaren Situation, ein kleiner Auszug was wir heute erleben durften:
- E-Biker überholen offensichtlich gerne rechts außen, obwohl ich eigentlich bereits rechts außen fahre
- E-Biker überholen dich links, schneiden vor dir rechts rein und bleiben dann spontan vor dir stehen
- E-Biker überholen dich in den Rechtskehren am Scheitel rechts innen und ziehen dann auf deine Spur nach links
- E-Biker überholen dich in den Linkskehren rechts außen und ziehen dann auf deine Spur nach links innen
Obige Beschreibungen lassen sich natürlich sinngemäß auch auf Bio-Biker übertragen, aber eigentlich Nein!
Anmerkung der Redaktion: Linkskehren sind abschüssig d. h. du machst rechts außen wesentlich mehr Höhe als links innen. Du fährst also in der Kehre wieder talwärts bevor es wieder nach oben geht. Der Höhenunterschied fällt bei Rechtskehren nicht so stark aus, dafür ist der Knick im kleinen Radius stärker. Dieser physikalische Umstand kann für den ein oder anderen Straßenbenützer zum Problem werden. Siehe dazu unzählige Videos auf YouTube, Stichwort Stilfser Joch Fail.
Kehre für Kehre ziehen wir nach Oben und bei der Labestation 2 wird kurz verweilt und getankt. Die letzten 8 Kehren sind dann in kurzen Abständen, der Pass dadurch recht flott erreicht.

Bei Bombenwetter herrscht auch Bombenstimmung am Joch. Wir durchqueren den Tumult und finden auf der anderen Passseite ein Plätzchen zum Rasten und Plaudern.


Wir machen uns fertig für die Abfahrt ins Münstertal. Doch vorher geht es Richtung Umbrailpass. Achtung, dafür rechts abbiegen, nicht nach links Richtung Bormio. Da wäre die Runde dann etwas ausgiebiger :-). Aus Richtung Bormio bläst uns jetzt ein eisiger Wind entgegen.

Ab dem Umbrail wird es wieder angenehmer. Der zapfige Wind hat sich beruhigt.

Die Kehren fliegen an uns vorbei (ich glaube es hat uns niemand überholt) und so stehen wir bald in Santa Maria im Münstertal. Hier ist die Ortseinfahrt gesperrt und es wird nach rechts über einen Feldweg umgeleitet. Kurz danach fahren wir wieder auf der Landestraße talauswärts. Wir wechseln uns mit der Führungsarbeit und der Rest der Truppe (Truppe ist gut, also 2) pedaliert fein im Windschatten. Bald passieren wir ohne Stopp die Landesgrenze und machen die letzten Kilometer auf der SS41 bis Glurns.
Dort versuchen wir beim Bayers Imbiss etwas zu Jausnen, was uns bei dem Andrang von dutzenden hungrigen Radfahrern nicht gelingt. Nach Auskunft des Imbiss Personals sollte es mindestens eine halbe Stunde dauern. So lange können wir nicht warten und so treten wir wieder in die Pedale und machen die letzten Kilometer über den Radweg bis zu unserem Ausgangspunkt nach Schluderns.

Beim Imbiss Schluderns können wir endlich unseren Hunger stillen. Bei alkoholfreiem Bier, Fritten und Burger (genau das richtige nach dieser Runde) lassen wir es uns gut gehen.
Mit voller Wampe treten fahren wir die Heimreise an. Die Fahrt nutzen wir für ausgiebige Diskussion über die heute erlebte Anekdoten und lassen so den Tag nochmals Revue passieren. Dabei darf auch gelacht werden.
Unfallfreie Statistik: 68 Kilometer, 1.940 Höhenmeter, 15.130 Kurbelumdrehungen, Vmax 67,2 km/h
60erGang waren heute: Richard (Richy), Markus (Maggo), Andreas (Fuzzi)
Heute war ein guter Tag!!!


















